Zur politischen Lage in der Türkei

[Stand: 14.11.2019]

Liebe Gäste, liebe Interessierte und liebe Freunde des LYKIA,

aufgrund der aktuellen Türkei bezogenen Berichterstattungen möchten wir euch gerne einige Fakten an die Hand geben, die euch helfen können, mit einem guten Gefühl zu uns zu reisen.

Ganz wichtig zu wissen ist, dass das kleine Dorf Adrasan mehr als 1.000 km entfernt von den Metropolen Istanbul, Ankara sowie der syrischen Grenze liegt. Weit weg von den touristischen Ballungszentren in einer kleinen Bucht, 100 km entfernt von Antalya. Die nächste Verkehrsanbindung liegt 12 km weit vom LYKIA entfernt. Dies macht Adrasan und seine nähere Umgebung zu einer verschlafenen kleinen Oase.

Unsere Gäste reisen nach wie vor entspannt zu uns, die Lage ist ruhig, die Herzlichkeit und Gastfreundschaft vor Ort sind wie eh und je nach wie vor groß und es gibt keinerlei Hindernisse bei der An- oder Abreise. Besonders diese ruhige entspannte Stimmung vor Ort möchten wir hervorheben, weil gerade das aktuell von unseren Gästen stark betont wird, und ihr Bild vorab ein ganz anderes war. Diese ganzen Erfahrungen machten unsere Gäste in der Vergangenheit und auch aktuell. Alle sind wohlbehalten und mit einem guten Gefühl und einem gefestigten positiven Bild der Türkei wieder nach Hause gereist

Es gab und gibt zur Zeit KEINE REISEWARNUNG des Auswärtigen Amtes. Es handelt sich um einen Sicherheitshinweis, wie er für viele Länder besteht und den das Auswärtige Amt auch als politisches Mittel nutzt/ sehen möchte (lt. ZEIT-Artikel vom 11.03.2019).

Das Auswärtige Amt bestätigt auch, dass aus den touristischen Reisezielen entlang der Mittelmeerküste keine sicherheitsrelevanten Ereignisse gemeldet sind, bei denen ausländische Touristen zu Schaden kamen.

Seit der Verhaftung Öcalans im Jahr 1999, dem Gründer der PKK, kommt es besonders im syrischen Grenzgebiet immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen den Sicherheitskräften und der terroristischen Arbeiterpartei PKK und deren Splittergruppen. Daher rät das Auswärtige Amt auf seiner Seite seit Jahren von Reisen in das syrische Grenzgebiet ab. Wie auch in der deutschen Presse zu lesen war, richtet sich die PKK nicht gegen Touristen, Zivilisten und touristische Ziele. Außerhalb des Grenzgebietes kam es seit dem Putsch im Juli 2016 zu keinem weiteren Anschlag seitens der IS oder der PKK oder der Splittergruppe YPG, die als Ableger der PKK in Syrien betrachtet wird.

Nach 1999 erlebte die Türkei ihren touristischen Aufschwung, Mitte der 2000er reisten so viele Touristen in dieses Land wie nie zuvor (Quelle: Pressemeldungen ÖGER Tours). Auch zu diesen touristischen Hochzeiten gab es immer wieder Auseinandersetzungen zwischen dem türkischen Staat und der PKK und deren Splittergruppen, seien es Papierkorb-Bomben in Istanbul oder Angriffe im Kurdengebiet. Seit Jahren gibt es diese Machtspiele in der Türkei, die dem Tourismus vor 2016 nicht beeinflusst haben und wie das Auswärtige Amt ebenfalls bestätigt, auch seit Jahren die Touristengebiete nicht betrifft.

Die Reiseveranstalter vermerkten für 2019 ein stark gestiegenes Buchungsaufkommen, so dass 2019 bereits wieder als ein hervorragendes Jahr für die Türkei bezeichnet wird.

Ende März fanden in der Türkei Bürgermeisterwahlen statt. Diese sind mit den deutschen Landtagswahlen vergleichbar und wurden erst in Vorbereitung des Präsidialsystems eingeführt. Sie wurden am 23.06.2019 wiederholt und haben das erste Ergebnis bestärkten, so dass nun auch in Istanbul, wie in allen Metropolen des Landes, die Opposition den Bürgermeister stellt. Diese Wahlen verliefen ruhig, es gab und gibt keinerlei Ausschreitungen, Unruhen oder große Kundgebungen etc.

Der Wechsel der regierenden Bürgermeister in vielen Großstätten, auch in Antalya und Kumluca, hat für Adrasan gerade den positiven Nebeneffekt, dass unsere Strandpromenade ordentlich aufgehübscht & neu begrünt und Parkplätze weiter an den Rand verlagert wurden.

Im Frühjahr wurden einigen ausländischen Journalisten die Akkreditierungen (Arbeitserlaubnis) nicht verlängert. Von diesen haben einige die Verlängerungen wieder erhalten, darunter auch ein deutscher Journalist. Daher rührend hat das Auswärtige Amt seine Reisehinweise für die Türkei aktuell um folgenden Hinweis ergänzt, der sich an *Medienberichter* wendet: „Äußerungen, die nach deutschem Rechtsverständnis von der Meinungsfreiheit gedeckt sind, können in der Türkei zu Berufsbeschränkenden Maßnahmen und Strafverfahren führen."

In den letzten beiden Jahren wurden vermehrt auch deutsche Staatsangehörige inhaftiert. Festnahmen und Strafverfolgungen deutscher Staatsangehöriger erfolgten mehrfach in Zusammenhang mit regierungskritischen Stellungnahmen in den sozialen Medien, zum Beispiel bei erkennbarem Zuspruch zur PKK - die auch in Deutschland als terroristische Vereinigung gilt, und der Gülen Bewegung, die in Deutschland ebenfalls auf dem Prüfstand steht eine solche Vereinigung zu sein. 

Neu seit dem 14.11.2019 vom Auswärtigen Amt: Aussagen der türkischen Regierung vom 3. März 2019 zufolge droht auch Personen, die im Ausland u.a. an Versammlungen solcher o.g. Organisationen teilgenommen haben, kann es bei Einreise in die Türkei zu Festnahmen kommen. Ebenfalls, wenn eine Aktivität in kurdischen Vereinen in Deutschland nachgewiesen werden kann.

Die Situation vor Ort hat sich dennoch nicht verändert.

Es kann natürlich der Eindruck entstehen, dass es besser sei, dem Land fernzubleiben, um im Rahmen der eigenen Möglichkeiten Druck auszuüben. Dieser landet jedoch bei den Menschen, die in den touristischen Regionen, vor allem an den Küsten, leben und säkulär eingestellt und westlich orientiert sind. Dies sind weiterhin knapp 50% der Bevölkerung dieses großen Landes, was sich auch in den Kommunalwahlen im März ausgedrückt hat.  Sie, so wie wir auch, brauchen die Touristen nicht nur finanziell, um weiter hier leben zu können. Sondern vor allem auch moralisch und als energetische Unterstützung. Wenn sie sich gezwungen sehen aufzugeben und gegebenenfalls das Land zu verlassen - da sie hier keine Perspektive mehr haben - bekommen die mehr Macht, die das Vertreten, was durch das Nichtreisen eigentlich geschwächt werden sollte. Viele unserer Gäste sagen uns, dass sie gerade jetzt kommen, um genau diese Unterstützung zu geben. Dazu schrieb die Süddeutsche kürzlich eine aufschlussreichen Bericht in dem auch die Sichtweise von Amnesty International berücksichtigt wird:

https://www.sueddeutsche.de/reise/tourismus-und-menschenrechte-faehrt-man-hin-faehrt-man-nicht-hin-1.2930992 

Schaut gerne auch einmal in unserem Gästebuch vorbei, wo ihr weitere aktuelle Einschätzungen unserer Gäste lesen könnt. Man liest und spürt, dass sie eine wunderbare Zeit hatten und eine eigene Meinung über die andere Seite der Türkei gewonnen zu haben und hierher gereist zu sein. Auch deutsch-türkische LYKIA-Gäste sind reibungslos zu uns gereist. Doch möchten wir darauf hinweisen, dass Bürger mit doppelter Staatsbürgerschaft (Türkisch / +) sich bitte beim Auswärtigen Amt über die dortigen Reisehinweise informieren. Denn wie das Auswärtige Amt schrieb, handele es sich um die an der türkischen Grenze zurückgewiesenen Personen um Bürger mit kurdischem oder türkisch-alevitischem Familienhintergrund.

Niemand kann ohne Sicherheitskontrolle in das Flughafengelände ein- oder ausfahren. Auch auf den Straßen gibt es seit Jahren einmal Sicherheitskontrollen, die für Touristen eventuell etwas befremdlich wirken, doch die Sicherheitslage defacto im Land erhöht haben. 

Wir pflegen gute Kontakte zur Flughafenpolizei und zum Konsulat in Antalya. Aus keiner dieser Quellen sind uns Unregelmäßigkeiten mit Gästen, die zu Urlaubszwecken ins Land reisten, bekannt.

Unsere Sicherheitsinfos aktualisieren wir in regelmäßigen Abständen in Anlehnung an das Auswärtige Amt und die Medien. Falls sich etwas ändert, informieren wir euch hier umgehend darüber.

Auf unserer Seite Sicherheits-FAQ's könnt ihr Antworten zu vielen Fragen rund um das Thema Sicherheit Türkei nachlesen.

Wir wünschen euch eine entspannte Urlaubsplanung und freuen uns auf euch! 

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